Zuckerbrot und Peitsche vs. intrinsische Motivation
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Zuckerbrot und Peitsche vs. intrinsische Motivation

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motivationWer sich als Unternehmensleiter ständig den Kopf darüber zerbrechen muss, wie er seine Mitarbeiter motivieren kann, hat unter Umständen schon grundsätzlich etwas falsch gemacht. Zuckerbrot und Peitsche gilt vielen noch immer als geeignetes Führungsinstrument.

Wer als Angestellter immer wieder motiviert werden muss, für den gilt das Gleiche. Wenn Sie jede Woche nur aufs Wochenende und den Feierabend hinarbeiten, sich morgens aus dem Bett quälen und trotz größter Unlust zu Ihrer Arbeitsstelle fahren, wenn Ihr Leben und Ihre Entfaltung sich auf die paar Wochen Urlaub verdichtet – dann sei mir die Frage erlaubt: “Warum tun Sie das?” Hier wird es auch schwer intrinsische Motivation überhaupt zu erzeugen.

Warum tun Sie einen Job zu dem man Sie motivieren muss? Existenzangst? Mangelndes Selbstvertrauen? Mangelnde Zuversicht? Die Kinder? Die Familie? Die Umstände? Die Gewohnheit? Die Gewissheit, dass es noch schlimmer kommen könnte?

Druck und Belohnung – Das alte Spiel mit Zuckerbrot und Peitsche

Es gibt zwei Arten der Motivation von außen – Druck und Belohnung, also Zuckerbrot und Peitsche. Bei beiden Formen tritt nach kürzester Zeit die Macht der Gewohnheit in Kraft. Die Dosierung muss ständig erhöht werden. Sie treffen als Chef mit Ihren Angestellten eine Zielvereinbarung und handeln eine Prämie aus, wenn das Ziel erreicht wird. Firmen die das praktizieren berichten fast einhellig, dass die Prämie nach kurzer Zeit schon als Teil des Gehalts wahrgenommen wird, also keinen besonderen Anreiz mehr liefert.

Genauso verhält es sich mit Druck – wehe die Ziele werden nicht erreicht, dann drohen Sanktionen. Abzüge, Sonderschichten, miese Stimmung bis hin zu Abmahnung und Kündigung. Auch hier ist die gewünschte Reaktion, nämlich Leistungssteigerung, wenn überhaupt, dann nur kurzfristig erzielbar.

Angst ist zwar nach wie vor einer der größten Motivatoren, aber die Versagensangst im Job, führt mit der Zeit ebenfalls zur Gewöhnung (Desinteresse, Gleichgültigkeit) oder bei fleißigen Antreibern des Hamsterrads in den Burn-Out. Beides hilft weder dem Unternehmen noch den Mitarbeitern. Es verlieren alle.

Den Unternehmer macht diese Art von Motivation entweder arm oder zum Sklaventreiber und die Mitarbeiter macht es nicht reich und führt zu Krankheit und Verlust der Lebensqualität. Es entsteht keinerlei Nutzen.

Intrinsische Motivation – Der eigene Antrieb

Bleibt als Alternative die vielgerühmte intrinsische Motivation – die Motivation von innen. Der Mitarbeiter motiviert sich selbst, weil er seine Arbeit gerne macht und einen Sinn darin erkennt. Er trägt nicht mehr Steine durch die Gegend, er baut jetzt mit an einer Kathedrale, um mal ein bekanntes Beispiel zu verwenden.

Nun, wenn dies gelingt – Super. Herzlichen Glückwunsch. Aber mal realistisch betrachtet, kann diese intrinsische Motivation bei Kreativarbeitern und Führungskräften mit Aufstiegsambitionen durchaus funktionierenZuckerbrot und Peitsche, Intrinsische Motivation, Motivation, Mitarbeiter motivieren, Anerkennung und Wertschätzung
aber glauben Sie wirklich, Sie können die Mehrheit der Fließbandarbeiter, Paketpacker und Maschinenbediener zu intrinsischer Motivation bringen? Glauben Sie wirklich, Sie können sich auf Dauer intrinsisch motivieren, wenn Sie einen Job machen, dem Sie nichts abgewinnen können, außer dass er Sie ernährt?

Zugegeben – es gibt große Unterschiede auf allen Ebenen. Der oder die Eine gibt einfach ihr oder sein Bestes, egal wie die Umstände sind, und andere würden auch beim schönsten Traumjob noch ein Haar in der Suppe finden. Man kann also als Unternehmer schon bei der Einstellung der Mitarbeiter einige Motivationsprobleme lösen. Und als Arbeitnehmer ebenfalls, bei der Auswahl der eigenen Tätigkeit.

Trotzdem wird es immer Tätigkeiten geben, die nur gemacht werden, weil man dafür bezahlt wird, von Menschen, die denken – Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Also Arbeit und Spaß, sowie Selbstverwirklichung wären voneinander getrennte Dinge. Würden sie das nicht denken, würden manche Jobs einfach nicht mehr gemacht.

Ich persönlich glaube nicht, dass ein Angestellter sich in gleichem Maße für ein Unternehmen und dessen Aufgaben motivieren kann, wie der Inhaber. Auch wenn wir uns das noch so wünschen und auch wenn mancher Mitarbeiter eine Zeit lang so handelt, als wäre es sein Unternehmen. Irgendwann kommt der Moment, da merkt er oder sie, dass es das nicht ist. Eine Krise in der die Kündigung droht. Eine ausstehende Beförderung bleibt aus. Ein neuer Vorgesetzter zeigt keine Anerkennung für die bisherigen Leistungen oder ähnliches.

Was kann man also tun um dauerhafte Motivation zu erreichen – als Angestellte/r und als Unternehmen?

Zunächst mal vielleicht einfach die Ansprüche wieder auf Normalmaß bringen. Kein Job der Welt, auch wenn man “sein eigener Herr” ist, macht 24 Stunden am Tag glücklich, und auch Unternehmer sind nicht rund um die Uhr motiviert. Das geht einfach nicht. Wie alles im Leben, schwankt auch die Motivation jedes Menschen.

Eigene Gestaltungsmöglichkeiten für bessere Motivation

Einfluss nehmen kann man als Arbeitnehmer auf die eigene Motivation erstens durch eine angstfreie Wahl der Tätigkeit. Wem das nicht ganz gelingt, der wird die nötige Einstellung brauchen um zu sagen: “Ich mach trotzdem das Beste daraus.”
Als Unternehmensleiter oder Führungskraft stehen einem die einfachsten und gleichzeitig kostengünstigsten Motivationswerkzeuge zur Verfügung – Anerkennung und Wertschätzung. Ein Lohn von dem die Mitarbeiter angemessen leben können ist allerdings die Grundlage, damit diese beiden Werkzeuge greifen können.

Zum Abschluss soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass teilweise auch Firmen finanziell erfolgreich sind (vorzugsweise kleinere Produktionsfirmen usw.), die sich einen feuchten Kehricht um die Motivation ihrer Mitarbeiter kümmern. Diese haben einfach zu funktionieren, dann werden sie bezahlt, wenn nicht, gefeuert. Dies sei aber nur der Vollständigkeit halber erwähnt und nicht als Ratschlag zu verstehen. Wie das Arbeitsklima und die Qualität des Arbeitsalltags in solchen Firmen aussieht, kann man sich ohne große Phantasie vorstellen.

Resume:

Menschen streben nach Glück, Anerkennung, Wertschätzung und persönlichem Wachstum bis hin zur Selbstverwirklichung. Wem es gelingt das mit seiner beruflichen Tätigkeit in Einklang zu bringen, wird mit Motivation nur wenig und selten Probleme haben.
Unternehmen denen es gelingt die Mitarbeiter entsprechend ihren Fähigkeiten und Neigungen einzusetzen und ihnen dafür auch noch Anerkennung und Wertschätzung zollt, wird mit der Motivation der Belegschaft ebenfalls eher selten Probleme haben.
Unternehmen und Angestellte, die sich in einem Umfeld bewegen in dem dies nur eingeschränkt oder gar nicht möglich ist, müssen mit den Konsequenzen leben (ihre Einstellung den Fakten gegenüber ändern) oder dieses Umfeld verlassen – ebenfalls mit allen Konsequenzen.

Wie auch immer Sie sich entscheiden – ich wünsche Ihnen eine Aufgabe in der Sie sich mit Ihrer ganzen Persönlichkeit einbringen und ausleben können.
Motivation kommt schließlich von dem Motiv für Ihr Handeln ;-)

Comments

  • Oktober 16, 2012

    Entsetzlich, ist ja Sklaventum! Da hapert es in der oberen Etage. Lehne solche Methoden ab. Ist bei mir auch nie nötig gewesen. Ich hab immer gerne gearbeitet und ohne Druck vom Chef.

  • Oktober 16, 2012

    @Mathilde – dann fällst Du wohl unter die Kategorie intrinsische Motivation – hast Du den Beitrag nicht gelesen? … 😉

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