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Jeder kann es schaffen, aber nicht alle

Wenn es etwas gibt, das wir von klein auf gelernt haben, dann diesen Mythos vom strahlenden Gewinner, der nach hartem Kampf gegen die Widerstände des Lebens am Ende ganz oben steht und von allen gefeiert wird. Er oder sie hat seine große Liebe erobert und reitet nun mit Reichtum und Glück in den Satteltaschen in den Sonnenuntergang. Alles ist gut – ein Happy-End wie aus dem Bilderbuch.

In diesem Blickpunkt werden wir uns mit den Unterschieden zwischen arm und reich, zwischen Gewinnern und Verlierern beschäftigen, und vor allem mit der Frage, ob man auch gewinnen kann, ohne dass jemand anders dabei verlieren muss.

Kann es Gewinner ohne die Verlierer geben?

Glauben Sie das? Ich meine, dass man gewinnen kann, ohne dass jemand verliert. Geht das überhaupt? Ich weiß nicht, was man Ihnen darüber erzählt hat, aber ich tat mich zunächst mit dem Gedanken ziemlich schwer. Schließlich war das ja ein wesentlicher Punkt in allen Spielen, die ich als Kind gespielt hatte und es war auch eine zentrale Botschaft, bei allem, was ich von meinen Eltern und in der Schule gehört habe:

„Streng Dich an, sonst bleibst Du hinter den anderen zurück.“
„Der Nachbarsjunge ist schon viel weiter als Du – nimm Dir mal ein Beispiel.“
„Dein Bruder konnte in dem Alter schon laufen.“
„Du musst mehr lernen, sonst kannst Du später mal die Straße kehren.“
„Die andere Mannschaft will gegen Euch gewinnen, Ihr müsst Euch anstrengen. Es kann nur einen Sieger geben.“

Auch beim Spielen haben wir diese Art von Konkurrenzkampf frühestmöglich mitbekommen. Egal ob Sie als Kind Mensch-ärgere-Dich-nicht, Monopoly, Schach, Dame oder Mühle gespielt haben – in all diesen Spielen gilt es, den anderen zu übertrumpfen und ihn zu besiegen. Wir wachsen dabei, indem wir uns mit anderen messen und uns gegenseitig herausfordern. Wir müssen uns anstrengen, um zu den Gewinnern zu gehören. Wenn unsere Bemühungen nicht ausreichen, gehören wir zu den Losern.

Der positive Aspekt dieses ganzen Systems, das im Kleinen wie im Großen auf Konkurrenzkampf aufgebaut ist, besteht scheinbar darin, dass wir unser volles Potential nur dann entfalten, wenn wir gefordert sind. Ohne Not neigt der Mensch von klein auf eher zur Bequemlichkeit. Ich durfte das in jahrelanger Jugendarbeit immer wieder beobachten. Große Talente sind da verkümmert, weil der Eigenantrieb nicht ausgereicht hat, dieses Talent weiter zu entwickeln. Es hat auch so gereicht, um die anderen zu besiegen – jedenfalls eine Zeit lang. Später wurden diese Talenten dann von denen überholt, die sich mehr ins Zeug legen mussten.

Konkurrenz belebt das Geschäft! Wirklich?

Ist diese Art des fairen Wettstreits mit anderen also etwas Positives? Bringt der Wettbewerb mit anderen uns weiter? Ich war tatsächlich lange Zeit der Meinung, dass dies so ist und ich bin mir auch heute noch nicht ganz sicher, ob wir ganz ohne diese Ego-Spielchen, das Beste aus uns herausholen.

Aber ich sehe heute auch überdeutlich die Schattenseiten dieser Denkweise. Denn leider hört dieser Konkurrenzgedanke nicht beim Monopolyspielen auf und er beschränkt sich auch nicht auf den Sport. Unsere ganze Gesellschaft richtet sich mittlerweile danach und jeder, der schon mal einen Konkurrenzkampf am Arbeitsplatz mitbekommen hat, der weiß wie zermürbend und unproduktiv sich so etwas abspielen kann.

Erwachsene Menschen bekämpfen sich da bis aufs Blut, unterschlagen dem jeweils anderen wichtige Informationen, lassen ihn oder sie ins offene Messer laufen, intrigieren hinter dem Rücken des anderen, stellen Fallen auf und verleumden auf Teufel komm raus. Der Zweck scheint hier die Mittel zu heiligen, wenn es um den Sieg und die eigene Karriere geht. Viel zu spät erkennen die Beteiligten und ihr ganzes Umfeld, dass es bei dieser Art Spiel keine Sieger gibt. Vielleicht können Sie Ihren Konkurrenten schlagen, vielleicht sogar besiegen, im Kampf um die nächsthöhere Position, aber der Preis, den Sie dafür bezahlen, ist ein glückliches und erfülltes Leben.

Genau das müssen Sie nämlich opfern. Oder glauben Sie ernsthaft, Sie könnten gleichzeitig glücklich und erfüllt leben, während Sie andere Menschen bekämpfen und sich gegen deren Attacken verteidigen müssen? Das glauben Sie nicht wirklich, oder?

Oder glauben Sie, dieses Spiel würde irgendwann aufhören und Sie könnten am Ende glücklich in den Sonnenuntergang reiten, wenn Sie alle Widersacher aus dem Feld geräumt haben? Hier kommt die schlechte Nachricht – das wird nicht passieren, denn es kommen immer wieder neue Herausforderer und zwangsläufig werden Sie irgendwann alles wieder verlieren, das Sie vorher scheinbar gewonnen haben.

Die Illusion jeder könne es schaffen hält das Spiel am Laufen!

Die Illusion, dass es jeder schaffen kann, wenn er oder sie nur hart genug an sich arbeitet und einfach nicht aufgibt, wird hartnäckig am Leben erhalten. Dabei ähnelt das Ganze eher dem Lotterieprinzip. Alle spielen mit, weil es ja schließlich einen gibt, der den Jackpot holt und man könnte ja auch dieser Eine sein. Aber tatsächlich sind die vielen Millionen Spieler einfach nur da, um diesen einen Gewinner zu bezahlen – und den Veranstalter der Lotterie natürlich auch. Irgendwie kein so tolles Spiel, wenn man es von dieser Seite betrachtet, oder?

Die Einsicht, dass wir möglicherweise von klein auf einem Irrtum aufgesessen sind, kommt, wenn überhaupt, meistens viel zu spät. Mit diesem „Wir gegen die Anderen“ werden ganze Kriege angezettelt und Menschen lassen sich immer wieder in diese Kriege hineinziehen und lassen sich erzählen, das wäre alles richtig so. WIR sind ja schließlich die Guten und WIR müssen uns gegen die Anderen – die Bösen – wehren, bevor sie uns alle umbringen und unterdrücken. Wir oder die. Ich oder Du. Scheinbar gibt es nur diese eine Wahl – es kann ja schließlich nur einer gewinnen, richtig?

Wenn man dieses Raubtier-System in dem wir leben, als Gott-gegeben und unumstößlich annimmt, dann wird es tatsächlich schwer werden, diese ganzen Umstände zu ändern. Wenn wir den Gedanken, es gäbe eine Art Ordnung, nach der die Dinge organisiert sind und dabei gäbe es nun mal Gewinner und Verlierer akzeptieren, dann müssen wir tatsächlich jeden Tag aufs Neue darum kämpfen auf der Gewinnerseite zu stehen. Ich jedenfalls will nicht zu den Verlierern gehören – Sie etwa?

Findet dieser unerbittliche Konkurrenzkampf tatsächlich statt?

Alternativ könnte man aber auch fragen, ob es diese Gott-gegebene, unumstößliche, unveränderliche Ordnung tatsächlich gibt? Man könnte sich fragen, ob dieser tägliche Konkurrenzkampf tatsächlich stattfindet, oder ob wir den einfach nur veranstalten. Wer sagt denn, dass man beim Monopoly die Miete von den Mitspielern einziehen muss? Wer sollte etwas dagegen haben, die Regeln eines Spiels einfach zu ändern, wenn sich alle Spieler einig sind? Wer entscheidet denn, ob wirklich alle Regeln, die einmal aufgestellt wurden, nicht einfach geändert werden können, wenn sie den Mitspielern eher schaden als nutzen?

605543_69096804Haben Sie zum Beispiel die Abläufe in der Wirtschaft schon mal genauer betrachtet? Da herrscht ja unerbittlicher Konkurrenzkampf, oder? Die Mehrheit der Menschen würde felsenfest behaupten, dass hier ein unerbittlicher Kampf um Marktanteile und Profite stattfindet, oder? Aber ist das wirklich so? Sind Sie sich sicher? Oder ist das eine dieser vielen Illusionen, denen wir zum Opfer fallen und die uns vom Wesentlichen ablenken?

Betrachten wir doch mal, wer da wirklich gegen wen antritt. General Electric gegen Siemens. Porsche gegen Audi. BMW gegen Mercedes. Telekom gegen Telefonica. Bayer gegen Ratiopharm. Jedes Unternehmen kämpft mit harten Bandagen und keineswegs immer mit fairen Mitteln um Marktanteile und Vormachtstellungen. Und für die Manager, Arbeiter und Angestellten trifft das ja auch tatsächlich zu. Aber wem gehören diese Unternehmen denn? Wenn Sie hier ein wenig genauer hinschauen, dann werden Sie feststellen, dass alle diese Konzerne, alle diese Aktiengesellschaften in der Hand einiger weniger Großaktionäre sind, die durch ihre Vermögensstreuung an allen diesen Konzernen beteiligt sind.

Es ist völlig uninteressant für diese wenigen Menschen, wer sich da am Markt durchsetzt, wer gewinnt und wer verliert. Sie gehören auf jeden Fall immer zu den Gewinnern. Sie können mit ihren strategischen Entscheidungen das Spiel maßgeblich bestimmen und die Spieler beliebig austauschen und verschieben. Solange diese mit ihrem Konkurrenzkampf beschäftigt sind und versuchen gegen die anderen zu gewinnen, wächst das große Ganze weiter und es denkt keiner über das Spiel an sich nach und keiner verlangt es zu ändern. Schließlich unterliegen wir ja alle denselben Regeln, nicht wahr?

Tatsächlich stimmt das nicht. Es ist schlicht gelogen. Es ist einfach nicht wahr. Wir selbst bestimmen und wir selbst legen es so fest, weil wir uns in dieses System einfügen. Weil wir mitspielen. Weil wir uns den scheinbar unumstößlichen Regeln beugen, anstatt neue aufzustellen. Systeme sollten dazu da sein, dem Menschen zu dienen. Wir sind im Moment dazu da dem System zu dienen.

Dient das System uns, oder wir dem System?

Vielleicht regt sich bei diesem Gedanken noch Widerstand bei Ihnen, aber geben sie ihm eine Chance. Denken Sie es durch. Wenn Sie Ihren Alltag und den Ihrer Kinder betrachten – haben Sie dann das Gefühl, Sie leben in einem System, das Ihnen, Ihrem Glück und Ihrer Selbstverwirklichung dient – oder ist es eher so, dass Sie tagtäglich für ein System arbeiten und Ihre Kinder auf dieses System vorbereitet werden und im Gegenzug erhalten Sie das, was Sie eben so brauchen, um Ihre Arbeitskraft zu erhalten. Mal ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger, aber nur sehr selten genug, um sich selbst zu verwirklichen.

Sie sind ein freier Mensch, aber Sie müssen diese Freiheit auch einfordern. Sie haben, zusammen mit uns anderen, jederzeit die Macht Regeln im Lebensspiel zu ändern. Die Freiheit für diese Regeländerungen bekommt man allerdings nicht geschenkt. Das eigene Denken zu hinterfragen, und gegebenenfalls zu ändern, ist vor allem am Anfang, sehr mühsam und manchmal sogar schmerzlich. Aber der Preis, den Sie dafür erhalten, ist Ihre persönliche Freiheit und die Möglichkeit, Ihr Leben, und damit die Welt, ein Stück weit positiv zu verändern.

team-1493923Das bezieht sich zunächst zwar vor allem auf Ihr eigenes Leben und Ihr eigenes Umfeld. Wer nicht bei sich selbst anfängt, kann im großen Ganzen nur sehr selten etwas dauerhaft verändern. Aber auch zu dem System selbst in dem wir leben, gibt es bereits Alternativmodelle. Das Geld- und Wirtschaftssystem Gradido von Bernd Hückstädt richtet sich beispielsweise an der Organisation der Natur aus. Dort ist die Symbiose, neben dem Fressen und Gefressen werden, die häufigere und meist erfolgreichere Strategie.

Das Schöne an diesem Gradido-Modell ist, dass es darin nach wie vor Ungleichheit geben kann. Alle gleich zu machen und gleich zu halten, das wäre für mich nämlich ebenfalls ungerecht. Ich finde nach wie vor, dass man sich selbst zu Wachstum und Entwicklung antreiben sollte – im positiven Sinne – und dass Leistung auch belohnt werden darf, indem der mit den besseren Ideen und Ansätzen, die allen weiterhelfen, auch mehr verdienen darf. Oder der Fleißigere auch mehr haben soll.

Es darf also auch in diesem Modell Sieger geben, wenn Sie so wollen, aber eben ohne dass dadurch Verlierer entstehen. Sie können da ein höheres Einkommen erzielen, ohne es einem anderen wegzunehmen. Sie können für sich selbst etwas aufbauen, ohne dies auf Kosten anderer zu tun. Sie können auch als heutiger Verlierer menschenwürdig leben, ohne dass dies zu Lasten der Gewinner geht. Auch das ist möglich.

Wenn Sie sich dafür interessieren finden Sie unter dem folgenden Link weitere Informationen über dieses Geld- und Wirtschaftsmodell. Machen Sie sich einfach Ihr eigenes Bild. Beurteilen Sie selbst, ob wir damit vom „Du oder ich“, vom „wir oder die anderen“ weg kommen können:

Gradido – die natürliche Ökonomie des Lebens!

Unabhängig davon, betrachten Sie aber bitte zunächst Ihr eigenes Umfeld. Wo gibt es Dinge, die Sie einfach nicht mehr hinterfragen? Wo haben Sie Glaubenssätze, die Sie in dem täglichen Hamsterrad gefangen halten? Wo sind die selbstgemachten Gitterstäbe, die Sie in dem Teil Ihres Lebens gefangen halten, den Sie gerne anders hätten? Wo limitieren Sie sich selbst und Ihre Möglichkeiten durch Ihr Denken und die Regeln, die man Ihnen beigebracht hat? Wer bestimmt denn, ob diese Regeln in Ihrem Leben weiterhin gelten?

Lesen Sie sich das bitte nicht einfach nur durch – Denken Sie es für sich durch. Es lohnt sich. Ich verspreche es Ihnen. Denn es stimmt natürlich, dass es im heutigen System, zumindest bei uns, jeder schaffen kann nach oben zu kommen, aber eben nicht alle. Eigentlich sogar die Wenigsten und für die Meisten ist der Preis einfach zu hoch und die Chancen äußerst ungleich verteilt.

Was glauben Sie? Was sind Ihre Erfahrungen? Wie ist Ihre Meinung dazu? Schreiben Sie uns diese unten in die Kommentare – ich bin gespannt auf Ihr Feedback und wie Sie das einschätzen.

Ansonsten wünsche ich Ihnen alles Gute und viele neue Erkenntnisse beim Reflektieren dieses Beitrags. Lassen Sie sich nichts vormachen – Sie sind der Chef oder die Chefin in Ihrem Leben – niemand sonst. Es sei denn Sie lassen es zu.

Bis bald
Ihr
Gerd Ziegler

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