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Selbstbewusst und mit Selbstvertrauen älter werden – aber wie?

Dass wir älter werden ist unvermeidlich. Die eigene Vergänglichkeit lässt sich schließlich nicht aufhalten. Aber kann man trotzdem und gerade wenn man älter wird, sein Selbstbewusstsein stärken und weiter aufbauen? Und wenn ja, wie kann das zu mehr Selbstvertrauen führen, sodass dieses Selbstvertrauen ebenfalls gestärkt und weiter aufgebaut wird?

Diesen Blickpunkt habe ich an meinem Geburtstag aufgenommen und danach auch in die Schriftform gepackt. Ich habe schon immer - jedenfalls soweit ich mich erinnere - versucht mir an meinen Geburtstagen auch ein wenig Freiraum zu reservieren, um die zurückliegenden Jahre ein zu reflektieren und einen kleinen Ausblick auf das zu werfen, was hoffentlich noch kommen wird.

Dieses jahr möchte ich diese Gedanken mit Ihnen teilen - unter anderem, um zu zeigen, dass auch bei mir nicht immer positive Gedanken auftauchen, wenn ich mich dieser Art der Reflektion hingebe. ;-)

Jenseits der Fünfzig sieht das Leben anders aus, als mit 30 oder gar mit 18 oder 20. Das ist klar und das ist auch gut so. Ich finde es gut, dass ich diese verschiedenen Phasen durchlaufen darf, denn jede hat so ihre Eigenheiten und ihre Vorteile. Die Alternative zum älter werden, wäre früh sterben und das will man ja auch nicht unbedingt.

Trotzdem werfe ich heute schon mal einen kritischen Blick in den Spiegel, sehe graue Haare, die eine oder andere Falte und auch sonst sind Veränderungen im Lauf der Zeit unübersehbar, egal wie gut man versucht sie zu kaschieren.

Ich habe da Gott sei Dank zeit meines Lebens keine allzu große Schwierigkeiten mit Unperfektion gehabt. Ich habe auch mit 20 nicht ausgesehen wie Brad Pitt oder George Cloney. Deshalb fällt es mir wahrscheinlich auch heute leichter, Veränderungen im Äußeren zu akzeptieren und Frieden damit zu schließen, dass ich nunmal so bin wie ich halt bin.

Ich denke einen kurzen Moment an die Menschen, die sich über ihr Äußeres definieren, die ihr Selbstvertrauen, ihr Selbstbewusstsein daraus beziehen, dass sie schön sind, oder zumindest nach den landläufigen Begriffen, gut aussehen.

Man hat es im Leben leichter, wenn man gut aussieht - so heißt es jedenfalls und in vielen Fällen scheint das zuzutreffen. Gutes Aussehen ist zumindest ein Türöffner, aber es kann natürlich auch hinderlich sein, wenn man auf diese eine Eigenschaft reduziert wird.

Wie mag es diesen Menschen gehen, für die ihre Schönheit ihre Lebenskraft bedeutet, und die jetzt auch die Spuren des Alterns bei sich feststellen? Ich erkenne bei vielen dieser Menschen immer wieder leichte Panikattacken, wenn ich mich mit ihnen über das Thema Vergänglichkeit und Altern unterhalte.

Aber das soll heute nur am Rande unser Thema sein. Es geht um die Reflektion, die hin und wieder mal hilft, im Leben den Überblick zu behalten. Ich schaue manchmal verwundert zurück, wo die ganzen Jahre geblieben sind. Was ist aus den Vorstellungen geworden, die ich als Teenager hatte? Welche Ideale hatte ich damals und wie viele davon habe ich verloren, oder habe sie zumindest beiseite geschoben?

Irgendwann ist oft gleichbedeutend mit nie

Älter werden mit Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen

Viele Träume sind auf dem Weg gestorben. Ich gehöre zu der Fraktion, die diesen einen großen Traum nie hatte. Ich hatte schon immer viel zu viele Interessen, war chronisch neugierig auf so viele Dinge und Zusammenhänge, als dass ich mich da auf einen einzigen großen Traum hätte festlegen wollen.

Aber viele Vorstellungen, vieles was ich damals noch für möglich hielt, wurde vom Alltag verschluckt. Manches ist der Realität gewichen und was am meisten schmerzt - die Illusion, ich hätte noch ewig Zeit, um alles zu tun und zu erreichen, was ich gerne hätte, weicht heute mehr und mehr der Erkenntnis, dass Zeit ein knappes Gut ist und weise genutzt werden will. Viel zu oft habe ich das nicht getan.

Ich bin oft genug in die gleiche Falle getappt, wie einige von Ihnen wahrscheinlich auch. Ich dachte, später irgendwann mal, werde ich mich darum kümmern. Später, irgendwann werde ich das erledigen / verwirklichen. Später ist noch genug Zeit dafür. Jetzt gerade ertrinke ich in Arbeit und Aufgaben, die einfach erledigt werden müssen. Schließlich muss ich ja Geld verdienen, was vernünftiges machen. Ich will ja nicht verhungern, oder auf der Straße leben.

Heute erwische ich mich immer mal wieder dabei, den Gedanken zu verdrängen, wie viel ich noch gerne tun und erreichen würde, und wie schnell die Jahre verfliegen, die man dafür nutzen kann. Stattdessen wird mir mit jedem Jahr bewusster mit wie viel Unsinn wir unsere Zeit verschwenden.

Mit Dingen, die wir nur tun, um anderen zu gefallen, oder um sie nicht zu enttäuschen. Mit Streitereien um des Kaisers Bart. Mit dem Versuch Diskussionen zu gewinnen, wenn uns weder der Sieg noch die Niederlage auch nur einen Millimeter weiter bringt. Mit dem Versuch uns die Welt zurechtzubiegen und die Wahrheit zu verschleiern.

Wie viel Zeit verbringen wir schon alleine damit, anderen beim Leben zuzuschauen, oder uns über irgendwelche hirnrissigen Kriege oder Vorkommnisse auf der Welt aufzuregen, an denen wir sowieso nichts ändern können. Statt unsere kleine Welt nach unseren Vorstellungen zu gestalten, ist es ja bequemer von der großen Welt zu verlangen, dass sie sich ändern muss.

Sich seiner selbst bewusst sein hat nichts mit positivem Denken zu tun

Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen stärken

Das alles sind nicht unbedingt positive Gedanken - wie können die also unserem Selbstbewusstsein förderlich sein und unser Selbstvertrauen aufbauen?

Nun, ganz einfach. Sich seiner selbst bewusst zu sein, heißt zu erkennen, dass nicht nur das Schöne und Gute zu unserem Leben gehört. Es gehören auch verpasste Chancen, Fehler und Zeiten dazu, in denen wir uns wie ein richtiges A...loch verhalten haben.

Sich seiner selbst bewusst zu werden heißt, zu erkennen, dass Sie und ich, dass wir mehr sind als ein Körper, mehr als ein Geist, mehr als unsere Glaubenssätze und Überzeugungen und auch mehr als unsere Werte, an denen wir uns ausrichten. Das Ganze ist mehr, als die Summe seiner Teile. Das gilt auch für uns selbst.

Älter zu werden bedeutet auch, sich bewusst zu werden, was mich als Mensch ausmacht und einen kleinen Blick durch den Spalt der Zeit zu erhaschen, auf die Basis allen Lebens - auf diese unfassbare, nicht greifbare Macht, die wir, je nach Glauben und Überzeugung, Natur, Gott, Universum oder sonstwie nennen.

Unser Körper ist vergänglich, und das Leben, so wie wir es heute kennen, ebenfalls. Die einzelnen Bestandteile des Körpers, und wahrscheinlich auch des Lebens, bleiben erhalten. Solange wir leben, haben wir die Kraft unser Leben zu gestalten, oder zumindest Einfluss zu nehmen.

Körper und Geist sind Werkzeuge, die uns dabei zur Verfügung stehen. Herz und Verstand, wenn Sie so wollen. Erst wenn wir gelernt haben, beides einzusetzen, werden wir in vollem Umfang schöpferisch tätig werden können. Wer sich nur auf den Verstand verlässt, versäumt so vieles, was ihm eigentlich möglich wäre. Umgekehrt, legt sich derjenige, der den Verstand ganz außen vor lässt, und nur dem Herzen folgt, ebenfalls oft Steine in den Weg, deren Überwindung unnötig Zeit und Mühe kosten.

Aus diesem Prozess, sich seiner selbst bewusst zu werden, sich der eigenen Stärke und Schöpferkraft bewusst zu werden, erwächst das nötige Selbstvertrauen, um die Dinge auch anzugehen. Sich selbst zu vertrauen ist eine wahnsinnig schwierige Übung, die nie zu Ende ist, solange man lebt.

Es werden immer wieder Dinge passieren, die uns ablenken und unser Selbstvertrauen erschüttern. Deshalb ist die Arbeit am Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen ein lebenslanger Prozess. Hören wir auf, darauf zu achten, treiben wir zunächst unmerklich, dann immer schneller zurück in alte Bereiche in denen Ängste und Sorgen regieren. Lassen Sie das nicht zu.

Gelingt mir das zu jeder Zeit?
Natürlich nicht. Ich bin ein Mensch und als solcher grundsätzlich fehlbar. Aber ich wachse und entwickle mich - ich erlebe Fortschritte und ab und zu mal einen richtigen Durchbruch. Gefolgt von Niederlagen, Irrtümern und Rückschlägen. Das ist es, was man Leben nennt. Sich seiner selbst bewusst zu werden heißt, zu akzeptieren, dass all das zum Leben dazu gehört und zu lernen damit umzugehen.

Selbstbewusst und mit Selbstvertrauen den Rest des Lebens gestalten

Erfolg und Misserfolg, schöne Erlebnisse und Nackenschläge, Gutes und Böses - das alles sind Teile des Ganzen. Das ist wie im Supermarkt. Es gibt diese Dinge nicht einzeln zu kaufen, nur im Paket. Je schneller Sie Frieden damit schließen, desto leichter fällt es Ihnen sich wieder auf das zu konzentrieren, was Sie ändern und gestalten können. Wie soll die Zukunft für Sie aussehen? Was wollen Sie noch erleben? Was möchten Sie gerne haben? Wer oder was wollen Sie noch werden bevor Sie abtreten?

Verschaffen Sie sich Klarheit und dann los. Auf was wollen Sie warten?

Ach ja - in diesem Beitrag ging es anfangs um mich und meinen Geburtstag. Deshalb schließe ich mich hier natürlich an. Ich habe meine Skizze entworfen und meine Wunschliste geschrieben. Was drauf steht verrate ich hier nicht, aber ich vermute es ist mehr als ich in einem Leben schaffen kann. Und mittlerweile freut mich das, denn ich weiß am Ende der Träume und Wünsche ist man tot, unabhängig davon ob man schon umgefallen ist.

In dem Sinne wünsche ich auch Ihnen genügend Träume und Wünsche für Ihre Zeit auf dieser Welt, damit Ihr Selbstbewusstsein und Ihr Selbstvertrauen bei der Verwirklichung daran wachsen können.

Alles Gute auf Ihrem Weg.

Bis bald

Ihr
Gerd Ziegler

Comments

  • März 27, 2017

    Vielen Dank für den wunderbaren Beitrag und dass Sie das Thema Älterwerden so wertschätzend aufgenommen haben. Der Blick aufs Wesentliche ist ein wichtiger Beitrag zur Alters-Selbst—Fürsorge, der sicher die eine oder andere Falte glättet.

    • März 27, 2017

      Hallo Frau Kamensky,
      vielen Dank für den netten Kommentar. Der Blick auf das Wesentliche ist ein wichtiger Faktor, der voraussetzt, dass wir „das Wesentliche“ definiert haben.
      Alles Gute für Sie
      Gerd Ziegler

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