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Geben ist seliger denn Nehmen – Ist das so?

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In diesem Blickpunkt geht es um das Prinzip, das sowohl dem Geben, als auch dem Nehmen zu Grunde liegt, und es geht um die Frage, warum wir Menschen immer ein "entweder-oder" aus diesem Thema machen.

Den Kreislauf der Energie fließen lassen

present-1443533Geben und Nehmen ist ein natürliches Prinzip, das überall in der Natur anzutreffen ist. Kein Lebewesen lebt autonom und völlig unabhängig von den anderen, auch der Mensch nicht. Ein simples Beispiel, das dies sehr gut verdeutlicht, habe ich in einem eBook von Deepak Chopra gefunden. Mit jedem Einatmen führen Sie sich lebensnotwendigen Sauerstoff zu, der von Pflanzen und Bäumen produziert wurde. Und mit jedem Ausatmen geben Sie Kohlendioxyd zurück, das wiederum Pflanzen und Bäume nährt.

Durch das Nehmen geben wir auch. Wenn es Ihnen auch nur annähernd so geht wie den meisten Menschen, dann kennen Sie die pure Freude, die Sie empfinden, wenn Sie etwas von ganzem Herzen geben und das Glück des Beschenkten genießen können. Stellen Sie sich vor, wie es sich anfühlen würde, wenn Sie von ganzem Herzen schenken wollen und Ihr Geschenk abgelehnt würde. Der komplette Energiestrom, der von diesem Kreislauf ausgeht, käme zum Erliegen.

Auf einer tiefen Ebene sind Geben und Nehmen dasselbe, oder besser gesagt, unterschiedliche Perspektiven derselben Sache. Die Betrachtung dieses Energiestroms aus der Sicht des Gebenden, oder eben aus der des Nehmenden. Es bleibt trotzdem derselbe Vorgang. Für jeden Gebenden muss es auch jemanden geben, der nimmt, sonst kann der Kreislauf der Energie nicht fließen.

Von Raffzähnen und guten Samaritern

Wenn Sie Probleme damit haben Geschenke, Komplimente oder etwas anderes anzunehmen, dann hilft Ihnen vielleicht das folgende Zitat weiter:

Du kannst im gesamten Universum nach jemandem suchen,
der Deine Liebe und Zuneigung mehr verdient, als Du selbst,
Du wirst diese Person nirgendwo finden.
Du selbst, so viel wie jeder andere im gesamten Universum,
verdient Deine Liebe und Zuneigung.
Buddha

Alles was Sie einseitig machen unterbricht den Energiefluss. Sie können nicht beschließen in Zukunft nur noch einzuatmen. Sie wären innerhalb kürzester Zeit tot, wenn es Ihnen überhaupt gelingen würde. Umgekehrt funktioniert auch die Beschränkung aufs Ausatmen natürlich nicht. Unsere Welt, sowohl im Kleinen wie im Großen, funktioniert am Besten, wenn sich Geben und Nehmen die Waage hält.

Trotzdem haben viele Menschen diese fixe Idee, es gäbe so eine Art Guthabenkonto auf dem man gute Taten ansparen kann, indem man sich aufs Geben beschränkt. Das funktioniert auf Dauer aber genauso wenig, wie das Gegenstück - Menschen, die alles an sich raffen, aus Angst zu wenig zu haben, oder zu kurz zu kommen. Auch wenn diese Beispiele scheinbar die beiden Extreme eines Verhaltens darstellen, so entspringen sie doch der gleichen Unsicherheit und Angst. Der Angst nicht genug zu bekommen, etwas zu verlieren - vielleicht sogar die eigene Existenz.

Ist es bei den Raffzähnen das Mangeldenken und die Angst nicht genug abzubekommen, so ist es bei den Samaritern, die Angst Liebe, Zuneigung, Anerkennung und Zugehörigkeit zu verlieren. Warum nimmt ein Mensch nur? Und warum gibt der andere nur?

Selbstliebe als Grundlage für eine gesunde Balance aus Geben und Nehmen

Wer sich selbst liebt, so wie er oder sie ist, und Kraft aus sich selbst ziehen kann, der braucht diese Art Rückmeldung aus dem Außen nicht mehr. Er kann sie zwar dankend annehmen, aber er ist nicht darauf angewiesen.

Wer im Vertrauen lebt, dass mehr als genug für alle da ist und dass wir ein Leben in der Fülle führen, der kann auch von ganzem Herzen geben, ohne ein Gefühl des Verlusts zu verspüren - im Gegenteil - er fühlt den Gewinn an positiver Energie, der sich aus diesem Kreislauf aus Geben und Nehmen speist.

Warum tun sich dann so viele Menschen schwer damit Geschenke und Komplimente anzunehmen? Warum scheint es für Viele so zu sein, dass die Annahme eines Geschenks, den Wert des eigenen Gebens schmälert?

bike-path-1-1442502Meine Mutter war hier ein Paradebeispiel. Sie war immer darauf bedacht für alle dazusein, zu helfen und zu geben, aber wehe man wollte ihr etwas schenken, oder sonst etwas Gutes für sie tun. Sie wehrte sich manchmal wirklich mit Händen und Füßen - teilte uns mit, sie brauche nichts, in ihrem Alter würde man genügsamer, sie könne sowieso nicht mehr so viel aus dem Haus, für persönliche Geschenke hätte sie sowieso keine Verwendung etc. pp. Und wenn es einem aus der Familie dann doch mal gelang ihr einen Gefallen zu tun, oder ihr etwas zu schenken, dann kam prompt eine Gegenleistung. Sie wollte dann unbedingt dafür bezahlen, oder etwas zurück schenken.

Das war fast schon so, als würde sie an einem Wettbewerb teilnehmen, wer am meisten Geben kann, ohne zu nehmen. Ich überlasse Ihnen selbst die Einschätzung, wo bei ihr der eigene Selbstwert angesiedelt war. Selbstverständlich überträgt sich das auch auf die Umgebung und ganz besonders auf die eigenen Kinder.

Ich weiß, dass sie das immer gut gemeint hat und alles für ihre Kinder tun wollte, deshalb habe ich ihr auch nicht übel genommen, dass sie uns die ganze Freude am Schenken genommen hat. Im Gegenzug ist dann auch die Freude des Nehmens zumindest getrübt. Man kommt sich schließlich komisch vor und es fühlt sich unangenehm an, wenn man ausschließlich nimmt - vielleicht kennen Sie das ja. Jedenfalls ging es mir so, aber vielleicht habe ich das ja auch einfach geerbt. ;-)

Es hat mich nämlich einige Arbeit und Zeit gekostet, diese Züge auch bei mir selbst zu erkennen, und zu entdecken wo sie herkamen. Ganz los wird man sie wahrscheinlich nie, aber man lernt damit umzugehen und die Automatismen zu verändern. Ich erwische mich heute noch dabei, peinlichst genau darauf zu achten, dass ich zumindest nicht mehr nehme, als ich gebe und möglichst im Plus bleibe.

Nicht dass wir uns falsch verstehen, daran ist nichts Anstößiges oder gar Falsches. Es wird nur problematisch, wenn es nicht aus freien Stücken und aus der Freude am Geben heraus passiert, sondern weil man unbewusst Zweifel hat, ob man einen gelegentlichen Schwenk in den Bereich des Nehmens eigentlich verdient hat.

Schließlich sehen wir uns doch alle lieber als hilfreich, edel und gut und möchten auch so im Außen wahrgenommen werden. Einfach mal zu nehmen und auch mal zu fordern, passt da irgendwie nicht so recht ins Bild.

Überprüfen Sie die eigenen Glaubenssätze und Überzeugungen

Überprüfen Sie sich selbst. Was empfinden Sie, wenn Sie den diversen Verkaufsbemühungen im Internet, oder denen eines hartnäckigen Verkäufers gegenüber stehen? Was denken Sie, wenn jemand sich für gute Taten bezahlen lässt, also aus einer ansich guten Sache ein Geschäft macht? Schmälert das in Ihren Augen die Leistung? Seien Sie ehrlich - ist die Tat ansich dann für Sie nicht mehr so edel und gut?

Können Sie, wenn Sie etwas für andere tun, auch eine angemessene Gegenleistung annehmen, oder diese auch mal einfordern? Oder haben Sie das Gefühl, das würde Ihre edle Absicht irgendwie beschmutzen?

Ich habe desöfteren mit Menschen zu tun, die gerade in die Selbständigkeit starten und vom Angestellten, oder vom Teilzeit-Unternehmer, in die Rolle des Chefs der eigenen Firma wechseln. Sie haben vorher oft noch für ein bisschen Nebeneinkommen ihre Leistung erbracht und für günstige Preise den Menschen geholfen. Solange die Versicherungen bezahlt, die Nebenkosten gering sind und das Haupteinkommen woanders herkommt, mag das ja auch funktionieren. In der Welt der Vollzeitunternehmer braucht es jedoch eine andere Kalkulation. Wer sich da nicht traut, richtig zu kalkulieren und die passenden Preise zu verlangen, der wird schnell wieder vom Markt verschwinden.

Das größte Problem dieser Menschen ist oft die Angst davor, wie sie in den Augen der Anderen plötzlich dastehen, wenn sie statt 20 € Stundenlohn nun 50 € verrechnen müssen. Da mag der eine oder andere denken das sei viel, aber bei genauerem Hinsehen wird schnell klar, dass Fixkosten, Versicherungen, Steuer, evtl. Löhne und "unproduktive" Stunden (z. B. für Werbung, Buchhaltung, Gespräche etc.) davon mitbezahlt werden müssen. Danach kann man diese Summe schnell besser einordnen.

Trotzdem überwiegt oft die Angst als Raffzahn dazustehen, der die anderen ausnehmen will. Sobald ein Kunde dann auch nur den Anflug von Kritik äußert und ihnen erzählt, das sei aber teuer, fallen sie um und machen irgendwelche Preise, Hauptsache jeder ist glücklich. Nur sie selbst bleiben mit der Zeit auf der Strecke, aber da kaufen die Kunden schon längst beim nächsten Unsicheren.

Geben Sie, was Sie erhalten wollen und nehmen Sie dann von Herzen

indecision-1167245Allerdings trifft man dieses Phänomen nicht nur im Geschäftsleben an, sondern bei jeder Art von Versuch, sich selbst zu verwirklichen und nach den eigenen Vorstellungen zu leben. Freiheit erfordert Verantwortung für das eigene Tun und Lassen. Das ist der Preis dafür. Für einen gesunden Ausgleich von Nehmen und Geben zu sorgen ist eine der elementarsten Dinge, für die Sie sorgen müssen. Egal ob es sich dabei um Geld, gegenseitige Hilfe oder Unterstützung handelt. Geben Sie von Herzen, aber seien Sie auch bereit zu nehmen.

Geben Sie, was Sie gerne erhalten würden und seien Sie bereit es auch zu empfangen. Wenn Sie mehr Liebe in Ihrem Leben haben wollen, geben Sie mehr Liebe. Wenn Sie mehr Freundlichkeit erleben wollen, seien Sie freundlich zu allem und jedem. Wenn Sie mehr Respekt und Anerkennung erhalten wollen, respektieren Sie und erkennen Sie die Leistungen anderer an, statt immer und überall nach dem Haken zu suchen. Das ist die Basis des Kreislaufs - Geben Sie, was Sie erhalten wollen und vergessen Sie den zweiten Teil nicht - Seien Sie bereit zu empfangen - von Herzen in Dankbarkeit, aber ohne einen Gedanken daran, wie Sie sich revanchieren können. Nehmen Sie einfach an und erwarten Sie im Gegenzug auch keine Gegenleistung, wenn Sie etwas von Herzen verschenken.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Findung der passenden Balance zwischen Geben und nehmen und der Erkenntnis, dass beides erforderlich ist, um den Kreislauf in Gang zu halten. Geben und nehmen Sie von Herzen und lassen Sie es sich dabei gut gehen.

Wie sind Ihre Erfahrungen beim Geben und Nehmen? Was denken Sie zu diesem Thema? Darf man auch beherzt nehmen, ohne dabei Schaden zu nehmen? Nutzen Sie einfach das Kommentarfeld unterhalb dieses Beitrags. Wir freuen uns auf Ihre Meinung.

Bis bald
Ihr
Gerd Ziegler

Comments

  • Ringo
    April 10, 2016

    Ein sehr sehr guter Beitrag! Danke für die Hilfe, wichtige Dinge wieder in den Fokus zu rücken und für den wohltuenden Start in den Sonntag! Alles Gute!

  • Gerhard G.
    April 10, 2016

    finde ich sehr verständlich geschrieben und regt zum Nachdenken an.

    • April 10, 2016

      Freut mich, wenn es der Inspiration hilft. Danke fürs Feedback.
      Alles Gute
      Gerd Ziegler

  • April 10, 2016

    Sehr gutes Thema!

  • Jutta Wimmer
    April 10, 2016

    Lieber Herr Ziegler,
    ein wunderbarer Artikel, bei dem man spürt, dass das alles selbst erlebt, erarbeitet, erkämpft ist. Danke! Mir helfen diese Ausführungen sehr!

    • April 10, 2016

      Hallo Frau Wimmer,

      vielen Dank für die Rückmeldung. Freut mich sehr, wenn der Artikel von Nutzen ist.

      Alles Gute
      Gerd Ziegler

  • April 11, 2016

    Lieber Gerd,

    da sieht man das die Paradigmen und unterbewussten Programme von früher sehr stark sind! Kann alles zu 100% unterschreiben 😉

    In diesem Sinne bis bald – wir sehen und hören uns!

    Mit den besten Siegercoach-Grüssen,
    Swen-William 😉 Siegen ist kein Zustand sondern ein Prozess!

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