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Die Faszination des Negativen

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Zugegeben, diese Überschrift klingt etwas provozierend. Wer findet schon negative Dinge, oder eine negative Ausstrahlung attraktiv oder faszinierend? Niemand, oder? Trotzdem scheint das Negative für viele Menschen eine solch magische Anziehungskraft auszuüben, dass sie sich ständig in einem Wirbel negativer Gedanken bewegen. Natürlich nicht bewusst und absichtlich, aber so durchgehend, dass es die meisten schon wieder als normal bezeichnen würden.

In diesem Blickpunkt werden wir uns mit dem Reiz des Negativen beschäftigen, und mit der Anziehungskraft, die das Negative auf uns Menschen ausübt.

 

Negative Gedankenwelten

 

Positiv denken, den Blick nach vorne richten, den Fokus auf das Gute legen - das alles sind Ratschläge, die Sie auch auf dieser Website immer wieder, in der ein oder anderen Form, finden. Die Realität unseres Denkens sieht leider oft komplett anders aus.

"Oh Gott, ich komme zu spät. Warum kann ich nicht einmal pünktlich sein. Verdammt."
"Die Anforderungen in der Firma steigen von Jahr zu Jahr. Wie soll ich das auf Dauer nur durchstehen?"
"Überall nur Hass, Krieg und Verbrechen, was soll nur aus dieser Welt werden?"
"Alles wird immer teurer." "Egal was ich anfange, es wird ja doch wieder nichts."
"Der Markt für ... ist total überlaufen. Da braucht man es erst gar nicht versuchen ... Nein, das ist kein negatives Denken, das ist die Realität."

Vielleicht kennen Sie jemanden, der diese oder ähnliche Sätze auch immer wieder von sich gibt, oder sich zumindest mit solchen Gedanken trägt. Möglicherweise ertappen Sie sich selbst öfter mal bei solchen und ähnlichen Gedanken, wer weiß? Letztlich ist keiner von uns vollkommen frei davon. Wir alle hängen ab und zu in solchen negativen Gedankenwelten fest. Warum scheinen wir uns darin so wohl zu fühlen?

 

Die Prägung auf das Negative fängt früher an, als wir glauben

 

Angst und eine negative Erwartungshaltung saugen wir praktisch schon mit der Muttermilch auf. Unsere Eltern und unsere gesamte Umgebung prägen uns diesbezüglich in allerbester Absicht. Sie wollen uns mehrheitlich schützen und vor Schaden bewahren.

newborn-1308609"Pass auf, wenn Du dies oder jenes machst, da kann man runterfallen oder sich anstoßen."
"Geh nicht mit Fremden mit, man kann keinem trauen."
"Führ Dich nicht so albern auf, was sollen die Leute von Dir denken?"
"Schäm Dich, wenn Du schlechte Noten schreibst, halten Dich die Leute für dumm."
"Sei nicht so vorlaut, Du blamierst uns ja alle."
"Sei nicht so verschwenderisch, Geld wächst nicht auf den Bäumen."
"Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not - und die Not wird kommen, verlass Dich drauf."
"Flieg nicht so hoch, sonst verbrennst Du Dir die Flügel."

Ich könnte diese Liste noch beliebig fortsetzen mit Sprüchen, die uns als Kind eingeimpft werden und die alle gemeinsame Komponenten haben - nämlich das Lernen durch Angst und ein die Entwicklung eines Bewusstseins für den Mangel in dieser Welt.

Das Schlimme dabei ist, dass fast alle Einwände und die Botschaft, die vermittelt werden soll, ansich richtig sind. Selbstverständlich muss man seinen Kindern irgendwie vermitteln, dass es nicht alle Menschen gut mit einem meinen und dass man sich nicht völlig unbedarft in jedes Abenteuer stürzen sollte, ungeachtet jeglicher Gefahr. Allerdings schießen wir, genau wie unsere Eltern und deren Eltern, mit der Vermittlung der Vorsicht meistens weit über das Ziel hinaus.

Wir lernen dadurch von Klein auf uns einzuschränken und an den Mangel zu glauben - so schreibt es auch Pam Grout in ihrem Buch E2. Sie sagt, wir lernen, dass unsere natürliche Neigung, zu lieben, kreativ zu sein und zu tanzen, unpraktisch und verrückt ist. Es gilt als blauäugig und kindisch, alles für möglich zu halten.

 

Der amerikanische Traum und das Feld der Möglichkeiten

 

Selbst wenn Sie das Glück hatten, Eltern zu haben, die ihrem Kind mehr Entfaltungsmöglichkeiten zugestanden haben, dann ist da immer noch die Gesellschaft und unser kultureller Background. Wir lernen darin, dass es der Sinn des Lebens ist, sich materiell abzusichern, oder gar materielle Reichtümer anzuhäufen. Dafür müsse man hart und aufopferungsvoll arbeiten und jede Menge Entbehrungen in Kauf nehmen. Gerade im vielgerühmten amerikanischen Traum, wird dieser Müll immer und immer wieder durchgekaut. Der Held einer solchen Geschichte, hat immer unter starken Entbehrungen und mit vollem Einsatz an seinem Traum gearbeitet, hat jeden Preis dafür bezahlt, oft auch einen viel zu hohen, aber er hat am Ende dann ein Imperium für sich erobert. Ende der Geschichte.

that-s-lame-bad-and-or-stupi-1537799Im richtigen Leben geht diese Geschichte aber weiter und nicht selten steht der einsame Held am Ende alleine da, weil er sowohl Familie als auch Freunde verheizt hat und sein Leben für ein fragwürdiges, materielles Gebilde geopfert hat. Der aufmerksame Zuhörer wird bemerkt haben - auch das ist schon wieder so ein negativer Gedanke. Denn tatsächlich ist natürlich nicht jeder erfolgreiche Geschäftsmann, einer der alles aufopfert, oder über Leichen geht. Das Beispiel soll hier nur verdeutlichen, was unser Denken prägt und welche Weltbilder wir mit uns herumschleppen. Vor allem aber, dass wir diesen nicht trauen dürfen. Sie sind nur in unserem Kopf.

In Wirklichkeit leben wir in einem Feld der Möglichkeiten - auch das stammt aus dem vorhin erwähnten Buch von Pam Grout. Es sind vielschichtige Zusammenhänge, die entscheiden, was aus uns wird. Unsere Eltern, die uns gezeugt, geboren und aufgezogen haben. Unsere Freunde, unsere Erfahrungen, unsere Lehrer, diverse Ereignisse, die uns geprägt haben, Erlebnisse, Glaubenssätze und Überzeugungen, die uns auf den Weg mitgegeben wurden und vieles mehr. Das alles beeinflusst unsere Wahrnehmung, unser Selbstverständnis und somit auch die Entscheidungen, die wir treffen.

Daran können wir nichts ändern. Aber wir können es erkennen und dann in jedem Moment unseres Lebens neu entscheiden, was wir wollen und was nicht.Wer also aus dem vorigen Beispiel des erfolgreichen Geschäftsmanns, der Freunde und Familie für seinen Reichtum opfert, ableitet, dass man lieber auf Geld und Erfolg verzichten sollte - der wird ebenfalls nicht glücklich werden. Ein falscher Rückschluss wie dieser lässt einen meist ins andere Extrem verfallen und lässt einen zu einem Menschen werden, der sich nie aus der Deckung traut und erst gar nicht versucht seine Träume zu verwirklichen.

 

Ein waches Bewusstsein bringt Sie auf Ihren Weg

 

Ein waches Bewusstsein ist der einzige Garant für ein glückliches und erfülltes Leben. Die Ilussion, wir würden die ganze Zeit bewusste Entscheidungen treffen ist schlichtweg Unsinn. Die meiste Zeit agieren und reagieren wir automatisch entsprechend unserer Glaubens- und Verhaltensmuster. Und nicht selten entwickeln da unsere negativen Denkspiralen ihr volles Potential. Wir leben aus, was wir jahrelang gelernt haben und finden immer wieder neue Bestätigungen dafür, dass das nun mal die Realität ist. Uns entgeht dabei, dass es sich dabei aber um unsere ganz individuelle Realität handelt, nicht etwa um ein unabänderliches Schicksal.

Entziehen Sie sich also dieser Faszination des Negativen, egal wie verlockend und verführerisch leicht es Ihnen manchmal erscheinen mag in den Chor der Jammerer und Reklamierer einzustimmen. Es mag zwar ab und zu gut tun im Gleichstrom der Masse unterzutauchen und mit ihr zu verschmelzen - schließlich brauchen wir alle immer mal wieder das Gefühl der Zugehörigkeit - aber auf Dauer müssen Sie sich diesem süßen Gift widersetzen, wenn Sie es ernst meinen mit einem glücklichen und erfüllten Leben nach Ihren eigenen Vorstellungen.

Lassen Sie sich von gelegentlichen Rückfällen in die Faszination des Negativen nicht entmutigen. Sie können das nicht von heute auf morgen einfach so umstellen. Vielmehr handelt es sich um einen Prozess, bei dem Sie von mal zu mal immer besser werden. Gehen Sie Ihren Weg, auch wenn das heißt zwei Schritte vor und einen zurück zu machen. Das bringt Sie trotzdem vorwärts, wenn schon nicht immer in der gewünschten Geschwindigkeit, so doch beständig und sicher. Viel Erfolg dabei.

Alles Gute und
bis bald
Ihr
Gerd Ziegler

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