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Die erste Pflicht heißt überleben

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Es gibt unzählige Ideale in dieser Welt, die wir anstreben. Große Visionen, die wir umsetzen wollen. Milliarden von Menschen, denen wir helfen wollen und am liebsten würden wir gleich die ganze Welt retten. Idealerweise soll sich dann auch noch von heute auf morgen alles zum Guten wenden, was sich bisher als Fehlentwicklung herausgestellt hat.

In diesem Blickpunkt werden wir uns über den wichtigsten Punkt unterhalten, den Menschen immer wieder vergessen, wenn sie versuchen die Welt zum Guten hin zu verändern.

Sich selbst zu opfern hilft meist keinem

Es ehrt einen Menschen, wenn er versucht so schnell wie möglich positive Veränderungen herbeizuführen, sobald er erkannt hat, dass etwas noch nicht optimal läuft. Da ist zum Beispiel der Veganer, der erkannt hat, welche umfangreichen Nachteile sich aus dem Verzehr tierischer Produkte ergeben. Er versteht nicht warum all die anderen das nicht sehen, oder nicht sehen wollen. Am liebsten würde er sofort alle davon überzeugen, es ihm nachzutun. Er vergisst dabei, dass er selbst noch vor kurzem blind für diese Fakten und Umstände war.

Oder die Frau, die erkannt hat, dass es einen Zusammenhang zwischen Armut auf der einen und Reichtum auf der anderen Seite gibt. Sie will helfen die Umstände zu verändern. Auch sie versteht nicht warum das so wenige Menschen zu interessieren scheint und die Mehrheit fröhlich so weiter macht, als gäbe es keine Probleme. Sie investiert viel Zeit und Geld in den Versuch diesen Umstand zu ändern, bis ihr schließlich sowohl die Kraft, als auch die finanziellen Mittel ausgehen.

Es gäbe hier noch genügend Beispiele, bei denen Menschen vergessen, die wichtigste Regel zu beachten, wenn es darum geht, positive Veränderungen herbei zu führen, oder anderen Menschen zu helfen. Diese Regel heißt: ÜBERLEBEN!

Als schlechtes Beispiel dienen Sie lediglich als Ausrede

Bei jedem Erste-Hilfe-Kurs und bei jeder Ausbildung von THW, Feuerwehr etc. lernt man sehr früh, dass man vieles tun darf, aber keinesfalls sich selbst in Gefahr bringen. Bei allem Heldenmut und bei aller Einsatzbereitschaft - es ist keinem geholfen, wenn man sich selbst opfert. Wenn Sie, beim Versuch jemanden aus einem brennenden Haus zu retten, ohne Schutzmaßnahmen in selbiges rein rennen, müssen die nächsten Helfer schon zwei Opfer retten - sofern das dann noch möglich ist.

Was in solchen Fällen noch logisch erscheint, wird in manch anderer Situation gerne vergessen. Wenn Sie beim Versuch, eine alternative Welt zu erschaffen verhungern, dann ändert sich dadurch gar nichts. Wenn Sie sich aus Frust, vor dem bösen Kapitalismus zurückziehen und sich dem ganzen Konsumterror verweigern, dann ist das Ihre freie Entscheidung. Nötig ist es nicht. Es gäbe auch einen wesentlich weniger idealistischen, aber dafür komfortableren Weg.

Sobald Sie sich nämlich aus dem sogenannten normalen Leben zurückgezogen haben, verlieren Sie meist auch jeglichen Einfluss auf die demokratischen Mehrheiten, die wirkliche Veränderung herbeiführen könnten. Sie zeigen dadurch zwar Alternativen auf, allerdings welche, die für diese Mehrheit keineswegs erstrebenswert wirkt. Oder glauben Sie wirklich, die Mehrheit möchte von der Hand in den Mund leben - wie es viele Veränderungsbefürworter tun?

Jeder, der auf diese Art vorgeht, dient der großen Masse eher noch als Ausrede, alles beim Alten zu belassen:
"Schau nur hin, wollt Ihr wirklich so leben?", oder "Sieh nur, bei ihm oder ihr ist es auch schief gegangen und jetzt ist alles verloren."

Egoismus oder Altruismus? - Warum nicht beides?

safty-mask-2-1467272Es geht mir hier nicht darum, dass es keine Unterschiede gäbe. Selbstverständlich unterscheidet sich die Definition eines glücklichen und erfüllten Lebens von Mensch zu Mensch. Es geht also nicht um die Menschen, die glücklich und zufrieden in einfachsten Verhältnissen leben können. Warum sollte man das denen auch absprechen?

Es geht vielmehr um diejenigen, die das aus Protest tun, oder um irgendwelchen verqueren Ideologien zu entsprechen, die aber in Wirklichkeit sehr gerne mal ein bisschen mehr finanziellen Spielraum haben würden. Sie hätten sehr wohl Verwendung für ein wenig mehr Wohlstand, gönnen sich aber nicht mal das Streben nach selbigem, weil das scheinbar ihr ganzes Weltbild irgendwie unseriös erscheinen ließe. Es würde die edle Gesinnung irgendwie beschmutzen.

Scheinbar gibt es für viele Menschen nur entweder Egoismus oder Altruismus. Entweder ist man ein Egoist und kümmert sich nur um sich und den eigenen Vorteil, oder man opfert sich selbst, um anderen zu helfen und die Welt zu retten. Tatsächlich tut man sich mit der Weltrettung aber wesentlich leichter, wenn es einem selbst gut geht und man mit sich und der Welt im Reinen ist.

Wenn Sie sich die ganze Zeit Sorgen machen, ob sie Ihre Miete bezahlen können und alle Rechnungen begleichen können, oder sich auch die geringsten Wünsche verkneifen müssen, weil Sie sich diese nicht leisten können, dann ist es zwar nicht unmöglich, aber doch relativ unwahrscheinlich, dass Sie befreit und locker an die nötigen Veränderungen in dieser Welt und bei sich selbst herangehen können.

Warum tun Sie das was Sie tun?

Die Regel Nummer eins heißt ÜBERLEBEN. Idealerweise sollten Sie sogar ein wohlhabendes Leben nach den eigenen Vorstellungen führen. Sorgen Sie dafür, dass es Ihnen gut geht, dann können Sie auch anderen helfen. Viele Menschen versuchen es genau umgekehrt. Sie versuchen die eigenen Probleme auszublenden, indem sie sich um die Probleme anderer kümmern. So lange man sich dem Elend dieser Welt widmet, werden die persönlichen Probleme überlagert und übertönt.

Es gilt ja auch als wesentlich edelmütiger und besser, sich für andere aufzuopfern, als das eigene Wohlergehen im Auge zu haben. Damit können Sie aber allenfalls Ihr Umfeld täuschen und ein Bild von sich zeichnen, wie Sie gerne wären. Aber sich selbst können Sie auf Dauer nicht täuschen. Tief in Ihnen drin sitzt dieser Stachel der Unzufriedenheit, der fehlenden Ganzheit, des Mangels und irgendwann brechen sich diese verdrängten Elemente ihre Bahn und treten an die Oberfläche.

Vielleicht haben Sie das ja selbst schon mal erlebt. Ein Mensch, der sich aufopferungsvoll in einen Verein, eine Organisation oder sonst für eine Sache eingebracht hat, zieht sich scheinbar plötzlich frustriert und enttäuscht zurück. Nicht selten um sich danach komplett abzuschotten und den Menschen dann eher feindlich gegenüber zu stehen.

Ich selbst habe das zu oft erlebt, als dass es Zufall sein kann. Was ist da passiert?
Ein Mensch entschließt sich anderen zu helfen, sich für eine gemeinsame Sache, ein großes Ziel o. ä. einzusetzen. Im Lauf der Zeit kommen immer neue Aufgaben hinzu. Wer sich schon mal ehrenamtlich in einem Verein oder einer Organisation engagiert hat, kennt dieses Phänomen. Leute, die sich aktiv einbringen bekommen immer mehr Aufgaben, weil sie denken, das muss getan werden und wenn sich keiner findet, mache ich es halt.

Daran gibt es zunächst auch überhaupt nichts auszusetzen.Ohne ehrenamtlich engagierte Menschen würde sich in unseren Breitengraden so gut wie nichts mehr bewegen. Kritisch wird es, wenn dieser Mensch, der sich da engagiert, selbst vergisst. Wenn vor lauter Ehrenamt, Familie und Job, keine Zeit mehr für eigene Bedürfnisse bleibt.

Der kurzfristig, positiv empfundene Nebeneffekt ist dann zwar, dass auch keine Zeit mehr dafür bleibt, sich mit den eigenen Problemen und Wünschen zu beschäftigen. Langfristig klappt das allerdings nicht. Wird dann auch noch die bewusste oder unbewusste Erwartungshaltung enttäuscht, stellt sich schnell Frust ein. Egal ob es sich bei dieser Erwartungshaltung um die Suche nach Liebe und geliebt werden, oder den Wunsch nach Zugehörigkeit und Anerkennung handelt, oder ob sie dem Bedürfnis entspringt, seinen Beitrag zu leisten - wenn diese erwartete Belohnung für das Engagement ausbleibt, fällt unsere Strategie noch schneller in sich zusammen.

Das Wohl aller schließt einen selbst ein

Verstehen Sie mich nicht falsch - dieses Streben nach positiver Veränderung für alle ist aller Ehren wert und ich will hier auch nicht allen engagierten Menschen dazu raten, sich nur um sich selbst zu kümmern - ganz im Gegenteil. Für andere Menschen da zu sein und/oder sich für eine gute Sache einzusetzen ist etwas Bereicherndes für alle Beteiligten, auch für einen selbst.

golden-fish-1383215Es geht nur darum, die eigenen Beweggründe mal etwas genauer zu betrachten und sich genügend Freiraum übrig zu lassen, um körperlich, seelisch und geistig als Individuum überleben zu können. Unabhängig ob das im Außen nun honoriert und anerkannt wird oder nicht.

Sie dürfen nicht nur, Sie müssen danach streben sich selbst zu verwirklichen und Ihre Bedürfnisse und Wünsche zu berücksichtigen. Finden Sie heraus, wie Sie das, was Sie gerne tun und was Sie erfüllt, mit dem Wunsch verbinden können, die Dinge positiv für sich und andere zu verändern. Sie können nicht die ganze Welt alleine retten, aber Sie können sich um sich selbst kümmern. Sie können das bestmögliche aus Ihrem Leben machen, was immer das für Sie heißt, und dieses Bestmögliche dann in die Welt einbringen, in der Absicht anderen damit von Nutzen zu sein. In dem Bereich, in dem Sie sind, mit den Mitteln, die Ihnen zur Verfügung stehen, aus einem inneren Antrieb heraus, der sich über äußere Anerkennung freut, sie aber nicht braucht.

Sie müssen nicht mitleiden, um anderen zu helfen. Sie müssen nicht arm sein, um Armut zu bekämpfen. Sie müssen nicht hungern, um den Hunger zu bekämpfen. Im Gegenteil. Aus einer Position der Stärke und des positiven Beispiels sind Ihre Erfolgsaussichten wesentlich größer. Wenn Sie selbst auf sicheren Beinen stehen, wirft Sie nicht gleich jeder Gegenwind um. Wenn Sie finanziell gesichert sind, haben Sie viel mehr Freiräume um positive Veränderungen anzustoßen, als wenn Sie den Großteil des Tages darum kämpfen müssen, alle Rechnungen zu bezahlen.

Wenn Sie also ein faires Geschäft machen können, dann lassen Sie sich auch ordentlich dafür bezahlen. Das gibt Ihnen die Möglichkeit an anderer Stelle großzügig auf Bezahlung zu verzichten, wo keine möglich ist. Generell alles zu verschenken, so lange man für Essen, Trinken, Miete usw. noch bezahlen muss ist keine gute Strategie.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Gestaltung Ihres Lebens mit einer gesunden Mischung aus Eigennutz UND der Hilfe für andere.

Alles Gute und
bis bald
Ihr
Gerd Ziegler

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