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Wer die Wahrheit verrät, verrät sich selbst.

by Anne Sigler
Wahrheit, Handeln gegen die eigene Überzeugung

Tagesinspiration Nr. 312 - Novalis

 

Wer die Wahrheit verrät, verrät sich selbst.
Es ist hier nicht die Rede vom Lügen,
sondern vom Handeln gegen Überzeugung.
Novalis

Mich erstaunt immer wieder, wie früh in der Geschichte der Menschheit solche
Erkenntnisse da waren. Schließlich wurde Novalis schon 1772 geboren und diese Einsichten sind auch schon bei den alten Griechen zu finden.
 
Genauer gesagt erstaunt mich nicht, dass schon die Menschen früherer Zeiten zu solchen
Erkenntnissen kommen konnten, sondern vielmehr die Tatsache, dass wir uns heute immer noch nicht entsprechend verhalten. Das gilt für viele Bereiche, nicht nur für das Handeln gegen die eigenen Überzeugungen. Die große Mehrheit der Menschen scheint wohl ziemlich lernresistent zu sein.
 
Und ich nehme mich da ausdrücklich nicht aus. Auch ich handle manchmal wider besseren Wissens und gegen die eigene Überzeugung – meist aus Höflichkeit, Gefälligkeit, Bequemlichkeit, oder weil ich niemand weh tun möchte. Je nachdem was die Situation gerade erfordert.
 
Zugegeben – wer von seinen Überzeugungen gar nicht abweicht und stur an dem festhält, was er glaubt zu wissen, der wird sich nicht wirklich weiterentwickeln können. Schließlich sind unsere Überzeugungen nicht immer richtig. Wenn wir was Neues dazu lernen, erkennen wir unseren Irrtum und schaffen eine neue Überzeugung.
 
Aber ich denke, Novalis meinte hier auch die tieferen Überzeugungen des Lebens, die wir
irgendwann als naiv und lebensfremd eingestuft haben und deshalb nicht mehr zu ihnen stehen. Der Überzeugung man müsse zueinander stehen, sollte niemandem absichtlich schaden, stattdessen sich gegenseitig helfen und unterstützen, etwas schaffen, das allen hilft und für die da sein, die sich nicht selbst helfen können. Andere Menschen zu lieben, zu unseren Freunden zu stehen, auch wenn es Nachteile für uns hat, anderen zu helfen, auch wenn wir persönlich nichts davon haben usw.
 
Viele von uns hatten früher diesen naiven Kinderglauben, dass uns das alles möglich ist und dass wir als Kämpfer für das Gute die Welt retten können, immer für unsere Freunde da sind, alles gemeinsam durchstehen und was man als Kind halt noch so alles glaubt.
 
Irgendwann merkt man, dass das alles nicht so einfach ist und die Welt nicht immer so einfach in Gut und Böse einteilbar ist. Und mit jedem Widerstand und Rückschlag arrangiert man sich mit der scheinbaren Realität, statt sie weiter zu gestalten. Vielleicht kann man die Welt nicht immer nach der eigenen Vorstellung gestalten, aber man kann seinen tiefsten Überzeugungen treu bleiben. Das ist oft wichtiger, als das Ergebnis unserer Bemühungen.
 

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